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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Einleitung
  2. 2 Die Methoden und ihre Eigenschaften
    1. 2.1 Die Grammatik-Übersetzungs-Methode
    2. 2.2 Die direkte Methode
    3. 2.3 Die audiolinguale/audiovisuelle Methode
    4. 2.4 Die vermittelnde Methode
    5. 2.5 Die kommunikative Methode
  3. 3 Schlussbemerkung
  4. 4 Literaturverzeichnis

[4. Januar 2005]

2 Die Methoden und ihre Eigenschaften

Bevor ich die klassischen Methoden und ihre Eigenschaften hier kurz vorstelle, möchte ich noch einen kleinen Exkurs einschieben. Da ich im Zusammenhang mit der Bewertung der einzelnen Methoden immer wieder auf die bereits in der Einleitung formulierte Frage, welche Fähig- und Fertigkeiten vermittelt werden sollen oder wollen, eingehen werde, muss geklärt werden, welche Fertigkeiten überhaupt vermittelt werden können. Es geht also auf der folgenden Seite um das Konzept von den vier Fertigkeiten: Lesen, Schreiben, Hören, Sprechen. Dass dieses Konzept hilfreich für das Verständnis einer Unterrichtsmethode sein kann, erkannte auch Günther Storch:

Ein Methodengeschichte des Fremdsprachenunterrichts ließe sich gut unter dem Aspekt schreiben, welchen Stellenwert einzelne Fertigkeiten und Dimensionen der Sprachbeherrschung jeweils einnahmen.[6]

Gleichwohl repräsentieren die vier Fertigkeiten den Lerner nicht vollständig. Storch betont, dass das Übersetzenkönnen auch eine Fertigkeit sei.[7]

Die Fertigkeiten[8] lassen sich einteilen in einen produktiven/rezeptiven und einen mündlichen/schriftlichen Modus. Daraus ergibt sich folgende Tabelle:

Die vier Fertigkeiten
  rezeptiv produktiv
mündlich Hören Sprechen
schriftlich Lesen Schreiben

Das Trennen der Eigenschaften der Lerner in vier Bereich ist natürlich zunächst einmal künstlich. Denn zumeist treten diese Fertigkeiten in Kombination oder rascher Folge auf.[9] So wird ein Sprecher in der Regel nach seinem Sprechakt Hörer sein, ein schreibender Schüler aber wird auch überarbeitend lesen, was er schrieb, oder gar erst einmal recherchierend lesen, um schreiben zu können. Während eines Vortrags dessen wesentliche Inhalte mitzuschreiben, verbindet gar sowohl den mündlichen mit dem schriftlichen als auch den rezeptiven mit dem produktiven Modus. Warum also trennen, wenn doch letztlich alles wieder zusammenfällt? Wie ich unten zeigen werde, ist eine Trennung der Fertigkeiten in der Methodengeschichte gang und gäbe gewesen. Somit kann eine getrennte Betrachtung der vier Fertigkeiten helfen, die Zielsetzungen der jeweiligen Methoden besser zu erfassen.

Tatsächlich scheint das Verwenden aller Fertigkeiten im Unterricht das Lernen zu fördern. So sollten sie Bernd Kast zufolge in einem modernen Lehrwerk gleichrangig repräsentiert sein und auch aufeinander bezogen werden.[10] Dass dem nicht immer so war, zeigt schon die Grammatik-Übersetzungs-Methode.

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[6] Storch 2001: S. 20; Storch spielt in diesem Zitat auf drei zuvor von ihm definierte Dimensionen der Sprachbeherrschung an (vgl. ebd.: S. 19): Die kommunikative Dimension betreffe dabei die angemessene Verwendung der fremden Sprache, die habituelle Dimension drücke den Grad der Geläufigkeit der Sprache aus und die kognitive Dimension betreffe das Wissen, welches der Lerner über Sprache habe. Ich werde im Folgenden nicht wieder auf diese Begriffe zurückgreifen, denn eine Betrachtung, was von den vier Fertigkeiten in den jeweiligen Methodiken erwartet wird, impliziert ihre Inhalte.

[7] Vgl. ebd.: S. 16.

[8] Vgl. zu den vier Fertigkeiten Huneke/Steinig 2002: S. 109–135, Kast 1994, Portmann 1991: S. 58–66, Storch 2001: S. 15–20.

[9] Vgl. Portmann 1991: S. 58 und Storch 2001: S. 16.

[10] Vgl. Kast 1994: S. 42.

© 2002–2008, Nico Dorn (Nutzungsbedingungen) Letzte Änderung dieser Seite: 14. Dezember 2012

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