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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Einleitung
  2. 2 Die Methoden und ihre Eigenschaften
    1. 2.1 Die Grammatik-Übersetzungs-Methode
    2. 2.2 Die direkte Methode
    3. 2.3 Die audiolinguale/audiovisuelle Methode
    4. 2.4 Die vermittelnde Methode
    5. 2.5 Die kommunikative Methode
  3. 3 Schlussbemerkung
  4. 4 Literaturverzeichnis

[4. Januar 2005]

2.4 Die vermittelnde Methode

Die vermittelnde Methode[24] versuchte verschiedene Methodiken, die sich in der Vergangenheit herausgebildet hatten, miteinander zu verschmelzen. Aus der Grammatik-Übersetzungs-Methode wurde vor allem der Ansatz der geistigen Bildung des Lerners, also das humanistische Grundkonzept des Heranbildens der eigenen Persönlichkeit übernommen. Diesem Vorhaben sollte jedoch nicht nur auf klassische Art und Weise nachgegangen werden, sondern auch mit Hilfe der neuen methodischen Verfahren, wie sie die direkte Methode und ihre Nachfolger bereitstellten. So bleibt es im Unterricht beim Prinzip der Einsprachigkeit, wobei es in komplexeren Zusammenhängen wie beim Erklären von grammatischen Regularitäten, beim Verdeutlichen abstrakter Gedankengänge oder beim Semantisieren schwieriger Wörter zum Einbezug der Muttersprache des Lerners kommen kann. Darüber hinaus wurden erneut Übersetzungsübungen herangezogen, allerdings in Maßen.

Entstanden ist die vermittelnde Methode in der 50er-Jahren in Deutschland, als viele ausländische Arbeiter ins Land kamen, die zum einen – selbstverständlich – erwachsen waren und zum anderen oft schon eine oder mehrere Fremdsprachen gelernt hatten. Da man sich im Nachkriegsdeutschland, was den Sprachenunterricht angeht, zunächst wieder auf die Grammatik-Übersetzungs-Methode stützte, wurde es nötig, eine neue Methodik zu konzipieren, denn in heterogenen Lernergruppen ist es schwer möglich, den Unterricht in der Muttersprache der Lerner abzuhalten. Außerdem bestand das Bedürfnis seitens der Lernenden auf die Kommunikation mit Deutschen im Alltag, die, da sie ja in Deutschland lebten, zwangsläufig stattfand, vorbereitet zu werden. So wurde nun nicht allein die Hochsprache bemüht, deren Verständnis das explizite Ziel der Grammatik-Übersetzungs-Methode war, sondern auch mündlicher Sprachgebrauch berücksichtigt. Dass das Übungsschema aber noch stark an der Grammatik-Übersetzungs-Methode angelehnt war, zeigt ein Abschnitt aus dem viel verwendeten Lehrbuch Deutsche Sprachlehre für Ausländer von Griesbach und Schulz. Hier ein Ausschnitt aus einer Übung zu den Präpositionen:

1. Wir fahren mit unsere– Fahrräder– um d– Stadt. 2. Das Auto fährt gegen d– Haus. 3. Heute gehe ich ohne mein– Freund zu d– Universität, denn er arbeitet für seine– Prüfung. 4. Meine Tante fährt mit d– D-Zug durch d– Land. […] 10. Nach d– Essen kocht die Mutter Kaffee für ihr– Gast.[25]

Die Übungssätze bilden wie in der Grammatik-Übersetzungs-Methode keinen Bedeutungszusammenhang. Die Übungen sind außerdem nicht frei zu lösen, ihre Ergebnisse sind hundertprozentig determiniert – ein Grundprinzip, dass sowohl der Grammatik-Übersetzungs- als auch der audiolingualen/audiovisuellen Methode zueigen ist.

Dass es vorteilhaft sein kann, grammatische Regularitäten explizit zu thematisieren, wurde oben schon erwähnt. Folglich ist der Rückgriff auf die Grammatik-Übersetzungs-Methode in dieser Hinsicht nicht zu kritisieren. In der vermittelnden Methode werden, was als durchaus positiv einzuschätzen ist, alle vier Fertigkeiten geschult. Doch bleibt das starre Raster der Übungen, welches dem Lerner keinen Freiraum lässt, sich eigenständig zu äußern, ein Wermutstropfen, der gleichwohl allen bis hierher vorgestellten Methoden anhing.

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