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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Einleitung
  2. 2 Die Methoden und ihre Eigenschaften
    1. 2.1 Die Grammatik-Übersetzungs-Methode
    2. 2.2 Die direkte Methode
    3. 2.3 Die audiolinguale/audiovisuelle Methode
    4. 2.4 Die vermittelnde Methode
    5. 2.5 Die kommunikative Methode
  3. 3 Schlussbemerkung
  4. 4 Literaturverzeichnis

[4. Januar 2005]

3 Schlussbemerkung

Ich habe hoffentlich oben deutlich machen können, dass alle Methodiken ihre Vor- und Nachteile haben. So bleibt zum Schluss noch die Frage zu klären, welche der Methodiken denn aus meiner Sicht bevorzugt verwendet werden sollte. Meine Antwort dazu lautet: Es gibt nicht die Methodik, denn methodische Konzepte sind auch immer von gesellschaftlichen und historischen Umständen abhängig. Aus diesen gesellschaftlichen Umständen sollten auch veraltete methodische Ansätze verstanden werden.[33] Dennoch darf diese Erkenntnis nicht dazu führen, dass die Fehler früherer Methoden exkulpiert werden, sie als vollends verwerflich oder neue Methoden als Allheilmittel für die ferne und fernste Zukunft angesehen werden. Methodik bedarf nämlich der kontinuierlichen Weiterentwicklung, der Anpassung an neue Umstände.

Ein Beispiel kann diese Ansicht verdeutlichen helfen. Die Verwendung eines Tageslichtprojektors gilt heutzutage als Standard, der aus keinem Unterricht, ob nun an Hoch- oder allgemein bildenden Schulen, wegzudenken ist. Allerdings stand diese Technik nicht immer zur Verfügung und sie wird in mittelfristiger Zukunft wohl auch nicht mehr im Unterricht verwendet werden, da sie mit der Zeit den Geruch des Antiquierten annehmen wird, vielleicht sogar schon hat. Computerisierte Techniken zur Projektion werden wohl die Zukunft bestimmen, wenngleich der Zeitpunkt, ab wann dies der Fall sein wird, noch nicht klar auszumachen ist. Mit der Einführung der Technik des An-die-Wand-Projizierens, ist jedoch auch eine Veränderung in der Lehrmethodik einhergegangen. Eine Bildbeschreibung im Plenum wurde plötzlich möglich, auch wenn das Bild nicht im Lehrbuch zur Verfügung stand. So wurde eine Lösung vom Lehr- und Arbeitsbuch möglich, die zuvor nicht möglich erschien. Die audiolinguale/audiovisuelle Methodik verdankt einen Großteil ihres Erfolges wohl auch diesen veränderten technischen Bedingungen. Über die Technik des Kopierens, oder auch zuvor des Hektographierens, ließe sich Ähnliches sagen. Mit den Methodiken ändern sich die Lehrwerke, gleichsam in einem nicht genau bestimmbaren invisible hand process, wobei davon auszugehen ist, dass ein komplexes Bedingungsgefüge von Lehrwerk und Methode besteht.

Neuner verweist darauf, dass jede Lehrwerkbeurteilung von den Realitäten des DaF-Unterrichts in einem Land, einem Institut, einem Kollegium[34] abhängig ist. Zu diesen Realitäten gehören aber nicht nur gesellschaftliche, sondern auch technische. Wenn ein Lehrwerk nun aber immer neu beurteilt werden muss, weil das Bedingungsgefüge sich immer wieder neu ordnet, wird folgende Anmerkung von Bernd Kast wohl auch in Zukunft gelten können: Gäbe es das Lehrwerk, würden wir es Ihnen empfehlen. Es gibt es nicht[35]. Die Konsequenz kann also bei der Frage von Methodik und Lehrwerk in DaF, wie ich denke, immer nur lauten: erneut fragen, neue Bedingungen erkennen, neue Methoden entwickeln.

Nico Dorn, 2005

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© 2002–2008, Nico Dorn (Nutzungsbedingungen) Letzte Änderung dieser Seite: 14. Dezember 2012

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