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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Einleitung: Das Problem
  2. 2 Fachwissenschaftliche Betrachtung
  3. 3 Didaktische Betrachtung
  4. 4 Lehrwerk-Betrachtung
  5. 5 Schlussbemerkung: Die Lösung?
  6. 6 Literaturverzeichnis
    1. 6.1 Quellen
    2. 6.2 Lehrwerke
    3. 6.3 Darstellungen

[15. Februar 2004]

Abschließend lässt sich zu Anstoß sagen, dass es hinsichtlich der grammatischen Kapitel versucht den Schülern vor unnötigem Fachvokabular zu bewahren, zumindest die wesentlichen Regeln darstellt und nicht so sehr auf deklaratives Wissen, sondern hauptsächlich auf aktives Training von grammatischen Strukturen setzt.

Als Nächstes soll ein Schulbuch für Anfänger besprochen werden: Zickzack neu 1. Auch in diesem Lehrwerk taucht die Satzklammer sichtbar auf der ersten Seite in Form eines abtrennbaren Verbpräfixes auf: Hör gut zu[45], wird aber auch hier vorerst nicht thematisiert. Überhaupt sind die Lernziele von Zickzack neu 1 vor allem pragmatisch bestimmt. Im Mittelpunkt steht es zunächst, sich ein Vokabular zusammen mit typischen Floskeln anzueignen. Im Gegensatz zu Anstoß werden Grammatikregeln in Zickzack nicht direkt in die Progression des Lehrbuchs eingeordnet, sondern am Ende des Bandes auf fünfzehn Seiten komprimiert dargestellt. Die Grammatikkapitel am Ende des Lehrwerks werden allerdings nicht einer bestimmten Lektion zugeordnet, sodass der Schüler im Grunde nicht genau wissen kann, ob er einen Grammatikgrundsatz bereits gelernt haben müsste oder nicht. Darüber hinaus wirkt die Regeldarstellung ein wenig farblos. Sie wird schwarz auf weiß präsentiert und nicht durch farbige Zeichnungen oder dergleichen Mittel aufgelockert. Dadurch, dass die Regeln so massiert am Ende des Buches stehen[46], gestalten sie das Arbeiten mit ihnen noch zusätzlich unangenehm.

Vorteil des Grammatikteils in Bezug auf die Wortstellung im Deutschen ist, dass für die Phänomene ein einheitliches Erklärungsmuster verwendet wird, das sehr übersichtlich ist: das Stellungsfeldermodell. Das Modell ist von unnötigem Ballast wie der Bezeichnung der einzelnen Felder befreit worden. In den Tabellen sind die Felder stattdessen nach folgendem Muster durchnummeriert:[47]

Stellungsfeldermodell in Zickzack I
1 2 (VERB) 3
Ich
Mein Name
heiße
ist
Peter.
Krull.

Das System wird auch bei Sätzen mit mehr als einem Verb durchgehalten, wobei für diesen Anfängerkurs der zweite Bestandteil auf den Infinitiv reduziert wird, also nur Modal- und mehrgliedrige Verben verwendet werden:[48]

Stellungsfeldermodell in Zickzack II
  FIRST VERB   INFINITIV
Ich
Wo
gehe
kann
gern
ich Postkarten
schwimmen.
kaufen?

Wie in Anstoß findet sich hier auch die Time-Manner-Place-Regel:

In a German sentence, if two or more of these elements are present, they should come in this order:
Time-Manner-Place-Regel
1 When? (Time) 2 How? (Manner) 3 Where? (Place)
If a time and a place are mentioned, the time comes before the place[49].

Komplexe Prinzipien, die die Stellung der Objekte im Satz regeln, werden in diesem Lehrwerk noch nicht aufgegriffen.

Abschließend lässt sich zu diesem Buch sagen, dass es die Grammatikregeln zwar strukturiert und klar, aber ein wenig fade präsentiert und diese nicht in direkten Zusammenhang mit konkreten Übungen gebracht werden können. Dass das letzte möglich ist, hat Anstoß gezeigt. In Anstoß finden sich in Relation zum Buchumfang genau so viele Seiten mit Grammatikregeln wie hier, doch wirken sie nicht so erschlagend, weil sie häppchenweise über das Buch verstreut wurden.

Das letzte Lehrbuch, das hier noch kursorisch besprochen werden soll, ist Gute Reise! Schülerbuch 1. Ebenso wie Zickzack ist Gute Reise! ein Anfängerbuch für junge Schüler von elf bis vierzehn Jahren. Ferner sind auch hier die Lernziele, was durchaus sinnvoll ist, pragmatisch definiert, wobei sie in Gute Reise! dem Schüler am Anfang einer Lektion in der Muttersprache explizit vorgestellt werden. Zickzack hat seine Lernziele zwar auch am Anfang der Kapitel erwähnt, doch werden diese nach dem Muster: Wie alt bist du?[50], eher knapp gehalten. In Gute Reise! sieht das Lernziel für Lektion 1 beispielsweise so aus:

You will learn … / - how to greet people / - how to ask someone of your age their name / - how to tell them your name / - how to ask who someone is / - how to say who someone is / - some German names / - the alphabet.[51]

Wenngleich die Inhalte nicht breiter angelegt sind, als in Zickzack, ist diese Auflistung zum einen aus psychologischer Sicht sinnvoll – der Schüler hat das Gefühl, sehr viel gelernt zu haben – und zum anderen als Nachschlagehilfe leicht zu gebrauchen. Darüber, ob die Lernziele unbedingt in Englisch formuliert werden müssen, lässt sich natürlich streiten.

In Gute Reise! ist wie in Zickzack die Grammatik nicht in die Lehrbuchprogression eingebunden, sondern an das Ende des Buches gestellt. Allerdings ist der Regelapparat hier wesentlich ansprechender gestaltet mit zahlreichen Zeichnungen und graphischen Umsetzungen. Ferner werden die Grammatikteile den einzelnen Lektionen zugeordnet, sodass, wenn auch keine direkte, so doch eine indirekte Verknüpfung mit der konkreten Anwendung gegeben ist.

Die angenehme Gestaltung ging ganz offensichtlich auf Kosten der Strukturiertheit. Nach welchem grammatischen Modell die Separable verbs[52] verdeutlicht werden, ist nicht ersichtlich. Die wesentlichen Regularitäten, also die Angaben darüber, wo die einzelnen Teile im Satz zu stehen haben, werden erläutert und mit Hilfe von Beispielsätzen verdeutlicht:

aufschreiben
  Ich schreibe es auf.
[…]
zumachen
  Du sollst dein Buch zumachen.[53]

Dem Ganzen eine Struktur zu geben, die klar macht, dass sich aus diesen Konstruktionen bestimmte Satzfelder ergeben, täte der angenehmen Gestaltung meines Erachtens keinen Abbruch.

Die Wortstellung wird nach Satzarten erläutert. Unterschieden wird zwischen dem Formulieren einer Aussage, einer Frage, einer Frage mit Fragewort und einem Befehl. Zu jedem Punkt werden Beispiele nach folgendem Muster gegeben:

subject – verb – object
Du – hast – einen Computer.
[…]
verb – subject – object
Hast – du – einen Computer?[54]

Vorteil dieser Herangehensweise ist, dass auch Satztypen berücksichtigt werden, in denen das Verb nicht die zweite Position einnimmt. In Anstoß und Zickzack werden diese Typen, zumindest im Grammatikteil, eher stiefmütterlich behandelt. Dafür fehlen einfache Regeln wie die Time-Manner-Place-Regel in Gute Reise!

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