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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Einleitung: Das Problem
  2. 2 Fachwissenschaftliche Betrachtung
  3. 3 Didaktische Betrachtung
  4. 4 Lehrwerk-Betrachtung
  5. 5 Schlussbemerkung: Die Lösung?
  6. 6 Literaturverzeichnis
    1. 6.1 Quellen
    2. 6.2 Lehrwerke
    3. 6.3 Darstellungen

[15. Februar 2004]

5 Schlussbemerkung: Die Lösung?

Grammatik ist ein klappriger Leiterwagen, den man getrost in der Remise verrotten lassen kann, wenn man erst einmal fliegen gelernt hat. Man kommt mit ihr nicht rasch voran, besonders wenn die Wege schlecht sind – doch darf man sich dessen gewiss sein, sie ab einem, wenn auch unbestimmten Punkt, nicht mehr zu benötigen. Die Vehikelfunktion von Grammatik sollte man im Fremdsprachenunterricht allzeit im Auge haben, wenn es darum geht, deklaratives Wissen zu vermitteln.

Diesem Gedanken angemessen verzichten die von mir untersuchten Lehrbücher darauf, Grammatikregeln mit unnötigem Fachvokabular anzureichern. Wo es erleichternd ist, werden die entsprechenden Begriffe allerdings konsequent verwendet (wenn es z. B. um die Kasus von Objekten geht). Ferner fällt auf, dass die beiden älteren Lehrwerke, also Gute Reise! und Zickzack, für die induktive Einführung von Grammatik geeignet sind, Anstoß hingegen die Phänomene in der Regel erst nach einer kognitiven Vergegenwärtigung behandelt. Dass die Wortstellung im Deutschen allerdings für den Lerner ein größeres Problem ist, beweist der Umstand, dass sie in den Grammatikteilen von Gute Reise! und Zickzack als Letztes behandelt werden, und in Anstoß, das ja schon ein gewisses Sprachwissen voraussetzt, erst nach einem guten Viertel des Buches.

Die Lösung des Problems, welche die Bücher vorgeben, ist die Einübung des Phänomens der Wortstellung am konkreten Beispiel. Grammatische Verdeutlichungen nehmen eine weniger prominente Rolle ein. Grundsätzlich ist gegen diese Vorgehensweise nichts einzuwenden, doch denke ich, dass ein zweites Standbein für alle Schüler, die mit Strukturen gut arbeiten können, nicht vernachlässigt werden sollte. Dieses zweite Standbein kann aus Regeln bestehen, wie sie in Anstoß verwendet werden (TMP, DAN, PAD, PIN), oder Satzstrukturen mit Hilfe des Stellungsfeldermodells aufzeigen, wie es in Zickzack vorgeführt wird. Die Lösung schlechthin wird es in solchen Fragen nie geben, da unterschiedliche Lernertypen unterschiedliche Ansätze haben, die alle zusammen in einem Lehrbuch immer nur als Kompromiss verwirklicht werden können. Für die Behandlung der kognitiven Seite des in dieser Arbeit betrachteten Grammatikphänomens halte ich die Vorgehensweise von Zickzack, das, wie gesagt, das Stellungsfeldermodell explizit verwendet, für die beste. In Bezug auf die Eingebundenheit, ist jedoch Anstoß vorzuziehen, da Grammatik hier sukzessive im Lehrbuch präsentiert wird. Dass ausdrückliche Vergegenwärtigung grammatischer Regeln nur ein kleiner Teil des Fremdsprachenlernens ist, berücksichtigen alle Bücher – eine Herangehensweise, die ich für die richtige halte.

Nico Dorn, 2004

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© 2002–2008, Nico Dorn (Nutzungsbedingungen) Letzte Änderung dieser Seite: 14. Dezember 2012

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