
“Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abendsWir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachtsWir trinken und trinkenWir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht engEin Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibtDer schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar MargareteEr schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbeiEr pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der ErdeEr befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachtsWir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abendsWir trinken und trinkenEin Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibtDer schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar MargareteDein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spieltEr greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blauStecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachtsWir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abendsWir trinken und trinkenEin Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar MargareteDein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen
Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus DeutschlandEr ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die LuftDann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachtsWir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus DeutschlandWir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinkenDer Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blauEr trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genauEin Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar MargareteEr hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der LuftEr spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland
Dein goldenes Haar MargareteDein aschenes Haar Sulamith[6]
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[6] In: Echtermeyer, Ernst Theodor/Wiese, Benno von (Hrsg.): Deutsche Gedichte, Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Düsseldorf (1963), S. 694–695.
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