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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Einleitung
  2. 2 Darstellung der Opitz’schen Forderungen im Einzelnen
    1. 2.1 Morphologische Forderungen
    2. 2.2 Syntaktische Forderungen
    3. 2.3 Phonologische Forderungen
    4. 2.4 Prosodische Forderungen
  3. 3 Opitz gemessen an Opitz
  4. 4 Schlussbemerkung
  5. 5 Literaturverzeichnis
    1. 5.1 Quellen
    2. 5.2 Darstellungen
    3. 5.3 Nicht verwandte Titel, Quellen und Darstellungen

[30. April 2002]

Bestimmungen in Martin Opitz’ Buch von der Deutschen Poeterey

Abstract
Martin Opitz schuf die erste deutschsprachige Poetik. Was waren die wichtigsten Postulate, die er in seinem Buch von der Deutschen Poeterey 1624 aufstellte? Und inwiefern schlugen sich diese Forderungen in seiner eigenen Dichtung nieder? Ein Erklärungsversuch.

1 Einleitung

Kaum ein Dichter des 17. Jahrhunderts kann sich heute eines Bekanntheitsgrades rühmen, der dem von Martin Opitz gleichkommt. Schon seine Zeitgenossen priesen ihn und sein Werk in den höchsten Tönen. Eines von zahlreichen Beispielen geben folgende Verse Simon Dachs:

Dieser Mann, durch welchen dir
Jetzt die Ehre wiederfähret,
Daß der Deutsche Preiß und Zier
Sämptlich bey dir eingekehret,
Opitz, den die gantze Welt
Für der Deutschen Wunder hält.[1]

Der Bann seiner Werke und vor allem seiner Poetik, die im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehen soll, ist gleichwohl noch im 18. Jahrhundert nahezu ungebrochen. So konnte Gottsched in seiner Rede zum 100sten Todestag von Opitz schreiben, dass dieser der Dichter sei, dem wir es fast allein zu danken haben, daß wir in der Dicht- und Redekunst keinem einzigen heutigen Volke viel nachgeben dörfen.[2]

Die untrennbare Verbundenheit dieses bahnbrechenden Erfolgs mit Opitz’ Buch von der Deutschen Poeterey dürfte unumstritten sein. In jenem Titel aber sind gerade die formalen Forderungen, welche Opitz postulierte, die alles entscheidenden. Darum sollen sie anfangs in Auswahl dargestellt und in Hinsicht ihrer Bedeutung und Entstehung diskutiert werden. Vorweg angemerkt werden muss noch, dass die Einteilung der Forderungen in die Kategorien morphologisch, syntaktisch, phonologisch und prosodisch nicht so eindeutig ist, wie es vorderhand den Anschein haben mag. Tatsächlich erlangte die e-Apokope nicht nur morphologische, sondern auch prosodische Bedeutung – um hier nur ein Beispiel zu nennen. Die nach Kategorien unterschiedene Auflistung der Einzelforderungen fußt also vornehmlich darauf, den Überblick zu bewahren, und ist nicht etwa als unumstößlich aufzufassen.

Die Überprüfung der dargestellten Inhalte der Poeterey in der Verwirklichung seines dichterischen Werkes ist Aufgabe des dann folgenden Abschnitts, der eine kurze Untersuchung beinhaltet, wie der Autor sein theoretisches Kompendium in seiner Adaption des Hohen Liedes anwandte. Letztendlich wird sich ergeben, ob Opitz’ Poetik einen derart überschwänglichen Anspruch auf Lobeshymnen beanspruchen darf, wie sie, den beiden oben genannten Beispielen folgend, gang und gäbe waren. Vollständigkeit kann meine Arbeit leider in keinem der genannten Bereiche beanspruchen; dazu bietet sie, angesichts der Komplexität der Materie, nicht den angemessenen Raum.

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